DKP-Saarland - www.dkp-saarland.de

Startseite zurück zur Suche diese Seite drucken

Bezirksdelegiertenkonferenz DKP-Saarland
22.08.2010 in Püttlingen, Alter Bahnhof

Beschlüsse

Inhalt:

[lokaler Link] Politikwechsel im Saarland ist notwendiger denn je! - Die Jamaika-Regierung muss weg! - Der Mensch geht vor Profit!

[lokaler Link] Raus aus Afghanistan - sofort!  Wir zahlen nicht für diesen Krieg!  Bundeswehr raus aus Schulen und Hochschulen

[lokaler Link] Bildung ist ein Menschenrecht!  Eine Schule für alle!  Stoppt soziale Selektion und Privatisierung!

[lokaler Link] Solidarität im Kampf der Arbeiterklasse in der EU gegen die kapitalistische Krise!

[lokaler Link] Gegen Rechtsentwicklung und Neofaschismus!

[lokaler Link] Politikfähigkeit der DKP weiterentwickeln! Solidarisch in Aktion handeln!

[lokaler Link] Solidarität mit der israelischen Friedensbewegung – Solidarität mit den Palästinensern – die Gaza-Blockade beenden!

[lokaler Link] Zur Übersicht der Konferenz

Politikwechsel im Saarland ist notwendiger denn je! - Die Jamaika-Regierung muss weg! - Der Mensch geht vor Profit!

Die Saarländerinnen und Saarländer wählten 2009 bei der Landtagswahl mit großer Mehrheit die CDU ab. Mit einem widerlichen Lug- und Trug-Manöver von CDU, FDP und insbesondere den Grünen wurde eine sogenannte Jamaika-Regierung installiert.
Nach fast einem Jahr Regierungspraxis ist sicher, dass diese Regierung
•    die Massenarbeitslosigkeit nicht bekämpft,
•    Entlassungen und Betriebsschließungen weiterhin tatenlos hinnimmt,
•    den Bergbau platt macht,
•    keine wirksamen Initiativen für Ersatz- oder neue Arbeitsplätze entwickelt,
•    nichts dagegen unternimmt, dass die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander klafft, stattdessen eine Politik der weiteren Umverteilung von unten nach oben selbst betreibt und im Bundesrat unterstützt,
•    keine Maßnahmen gegen die vorhandene Kinderarmut und die sich verschärfende Altersarmut ergreift,
•    kein Konzept hat, die finanziell katastrophale Haushaltssituation des Landes zu verändern,
•    immer mehr die Kommunen belastet,
•    am Bildungssystem weiter herumdoktert, anstatt es radikal zu reformieren,
•    die reaktionäre Abschiebepraxis der Vorgängerregierung fortsetzt und mit die schärfsten Polizeigesetze, die es in der BRD gibt, anwenden will,
•    weiterhin ja sagt zum Krieg in Afghanistan und die Werbung für die Bundeswehr in den Schulen verstärkt.

Die Bilanz dieser Regierung knüpft also nahtlos an den Ergebnissen der CDU-Vorgängerregie-rung an. Von dieser Jamaika-Regierung war nichts anderes zu erwarten.

Müller betonte mehrfach, dass die CDU in dieser Koalition ihre politischen Ziele nicht an den Nagel hängen wird. Dieser neoliberale Grundkurs wird durch die FDP in der Regierung (Steuersenkungen für die Reichen, noch mehr  Kürzungen im Sozialbereich und Sparen bei den Armen) verschärft. Bündnis 90/Grüne erklärten sich bereit durch die Teilnahme an dieser Koalition diesen reaktionären Kurs zu akzeptieren und mit umzusetzen. Die Voraussetzung für diese  Koalition war das Ziel, einen Regierungswechsel und vor allem den überfälligen Politikwechsel im Saarland zu verhindern.

Die Grünen wollen in dieser Koalition illusionäre und sehr schwammige Positionen für einen „grünen Kapitalismus“ vertreten. Es soll eine „grüne“ Modifizierung und Erneuerung des kapitalistischen Produktionsapparates und Dienstleistungssektors im Saarland stattfinden.  

Diese „grüne  Erneuerungs-Konzeption“  ist eine Luftnummer, weil sie jeden antikapitalistischen Ansatz ausschließt. Ohne Eingriffe in die kapitalistischen Eigentumsverhältnisse bleiben das „grüne“ Träume und ist Wählerbetrug.

Diese Konzeption eines  „ grünen Umbaus“ stellt stattdessen massive Anreize für das Kapital in den Mittelpunkt. Ziel ist es neue Investitions-, Spekulations- und vor allem Profitfelder für das Kapital zu eröffnen. Dafür sollen alle vorhandenen Ressourcen (u. a. Streichung der „Subven-tionen“ für die Steinkohle!) mobilisiert werden. Da über den Landeshaushalt so gut wie nichts zu mobilisieren ist, das Kapital, die Banken und die Reichen nicht zur Kasse gebeten werden, ist klar erkennbar, wer hier zahlen soll: Die arbeitende Bevölkerung! Sie wird weiter ausgeplündert werden! Sozialpolitik findet deshalb in der Koalitionsvereinbarung schon gar nicht statt!   

In dieser Gemengelage ergeben sich zwischen der Müller-CDU, der Saar-FDP und der Ullrich-Grünen Berührungslinien, die neben der Verhinderung des Regierungswechsels diese Koalition möglich machten.

Es handelt sich hier um eine (weitere) kapitalistisch-neoliberalistische Gesellschafts- und Politikkonzeption, die untauglich sein wird, die Probleme im Interesse der Arbeitenden und der Jugend zu lösen.

Diese „Jamaica“-Landesregierung ist  ein Interessenwahrer und Handlanger des Kapitals und deren Klientel. Sie kann mit Aktionismus und propagandistischen Aktionen sich darstellen wie sie will: Sie dient den Reichen, den Großunternehmern, dem Finanzkapital und der Rüstungslobby!

Wenn dieser Politik nicht mehr Widerstand entgegengesetzt wird, wird sie noch katastrophalere Verhältnisse hervorbringen!

Verstärkt wird dies dadurch, dass diese Landesregierung sich in allen Kernfragen als ein Wurmfortsatz der CDU-FDP-Bundesregierung positioniert. Sie protestiert nicht dagegen, dass diejenigen, die die Krise nicht verursacht haben, jetzt immer mehr zahlen müssen und regelrecht abgezockt werden. Das neue Berliner „Sparprogramm auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung wird  einfach nach unten durchgereicht. Ministerpräsident Müller täuscht hie und da Kritik an der Politik der Bundesregierung vor, zieht aber wie immer den Schwanz ein, wenn´s ernst wird. Er hält wie die FDP die neuen Streichungen im Sozialbereich für unumgehbar und sogar sinnvoll. Die Grünen als Koalitionspartner haben nichts dagegen.

Genau wie die CDU-FDP-Regierung in Berlin hat auch Jamaika kein Konzept wie die Krise nachhaltig bekämpft werden kann. Während die Verursacher der Krise wieder Milliardengewinne machen ist das Kasino der Finanzspekulationen wieder eröffnet. Notwendige Maßnahmen zur Verhinderung neuer Krisen, finden nicht statt.

Die Jamaika-Regierung hat keinen Ansatz zur Verbesserung der Finanzsituation des Saarlandes. Stattdessen wird im Koalitionschor das Lied vom Sparen gesungen und der Rotstift geschwungen. Alternativen zur Verbesserung der Finanzsituation auch des Saarlandes wie eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer, die Anhebung des Spitzensteuersatzes, gesetzliche Maßnahmen zur Abschöpfung der Spekulationsgewinne, mehr Steuergerechtigkeit werden rigoros abgelehnt. Ebenso der flächendeckende Mindestlohn. Die konsequente Anwendung bestehender Gesetze gegen die großen Steuerhinterzieher (auch im Saarland) würden Millionen Euro in die Kasse bringen!

Was die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen angeht, verlässt sich diese Regierung allein auf den Markt, der dieses Problem nicht lösen kann und wird. Was weiterhin dabei herauskommt, sind immer mehr prekäre, schlecht bezahlte Jobs in nicht produktiven Bereichen.

Die DKP ist der Auffassung, dass alles getan werden muss, diese Regierung aus CDU, FDP und Grüne abzulösen,  je schneller desto besser!
 
Um dafür Voraussetzungen zu schaffen, tirtt die DKP dafür ein, vielfältige Initiativen zu entwickeln, um den Widerstand gegen diese Politik zu erhöhen. Es gibt in allen wichtigen gesellschaftspolitischen Fragen Mehrheiten für einen Politikwechsel. Die strategische Frage und große Herausforderung ist: Wie können diese Mehrheiten wirksam werden?

Am wirkungsvollsten wäre es, wenn die DGB- Gewerkschaften ihre vorhandene Kraft für den Widerstand und den notwendigen Politikwechsel stärker als bisher mit in die Waagschale wer-fen würden. Wenn die vielen Signale für einen heißen Herbst in die Betriebe und auf die Straße gebracht werden können, wäre dies auch eine spürbare Antwort an die Jamaika-Regierung!

Es gibt beeindruckende Wahlergebnisse für die linken Kräfte. Die Situation (auch) im Saarland lehrt aber, dass die „Arme kurz bleiben“ für eine andere Politik, wenn nicht der außerparlamentarische Druck mit neuen Initiativen und neuen Herangehensweisen belebt und verstärkt wird.

Unser Appell geht in dieser Situation auch an die Partei Die Linke im Saarland.  Es wäre sehr nutzbringend und vor allem wirkungsvoll, wenn die gewonnenen parlamentarischen Kräfte hierfür mobilisiert und eingesetzt würden. Unser Appell geht auch an die SPD im Saarland jetzt endlich konsequente Schlussfolgerungen für einen Politikwechsel zu ziehen und sich ohne wenn und aber  von der Agenda 2010 und Hartz IV zu verabschieden!

Es gibt keine Alternative zum Zusammenfinden und Zusammenwirken aller, die diesen Politikwechsel wollen und für erforderlich halten. Das Trennende muss beiseite geschoben werden - das Gemeinsame muss die Plattform sein. Ziel muss es sein eine aktiv handelnde  Allianz vor allem außerparlamentarisch für einen Politikwechsel zu entwickeln, die mit der parlamentarischen Arbeit mit all jenen, die für diesen Politikwechsel eintreten, eng verbunden werden muss. Nur so können auch Widersprüche zwischen der Durchsetzung eines Politikwechsels und den sogenannten „Sachzwängen“ (was zu nachhaltigen Rückschlägen führen wird!) in Koalitionen usw. überwunden werden!
 
Es gibt keine Alternative zur Verstärkung des politischen Dialoges der Kräfte, die sich für diesen Politikwechsel engagieren. Dies muss frei sein von Arroganz und Egoismus, von nicht produktiven Alleinvertretungsansprüchen, vor allem befreit werden von  antikommunistischen Vorbehalten!  Ein solcher Dialog kann nur zustande kommen und mit Erfolg geführt werden,  wenn Offenheit, Bedingungen der Solidarität und der Gleichberechtigung entwickelt werden!


Die DKP ist eine politische Kraft der Linken im Saarland wenn auch mit geringem Kräftepotenzial. Dennoch werden wir das dazu beitragen, was wir können.

•    Wir streiten für die Erarbeitung und Durchsetzung eines Landesentwicklungsprogramms mit dem Grundsatz „Der Mensch kommt vor dem Profit“. Im Mittelpunkt eines solchen Pro¬gramms muss die Zukunft der Arbeit stehen. Es muss Sofortmaßnahmen beinhalten, wie Massenarbeitslosigkeit und soziale Not sofort bekämpft werden können, wie die Kin-derarmut überwunden und Altersarmut verhindert wird. Es muss Wege aufzeigen, wie die Zerstörung der ökologischen Existenzgrundlagen beendet und eine Energiewende her-beigeführt wird. Es muss klare Maßnahmen enthalten, wie Bildung, Gesundheit für alle gesichert, wie mehr Mitbestimmung in Betrieb und Gesellschaft durchgesetzt wird!

•    Zur Verbesserung der Finanzsituation des Saarlandes fordern wir die Wiedereinführung der Vermögenssteuer, die Anhebung des Spitzensteuersatzes, gesetzliche Maßnahmen zur Abschöpfung der Spekulationsgewinne, mehr Steuergerechtigkeit. Wir fordern die kon¬sequente Anwendung bestehender Gesetze gegen  Steuerhinterzieher! Dafür muss das Saarland im Bundesrat aktiv werden!

•    Wir fordern: Nein zu Schuldenbremse und Sozialabbau, keine Abwälzung der Krisenlas-ten nach unten. Notwendig ist die Steigerung der Massenkaufkraft die Erhöhung von Löh¬nen, Renten, Arbeitslosengeld. Weg mit Hartz IV und der Rente mit 67! Her mit dem gesetzlichen Mindestlohn!

•    Wir fordern die Umverteilung von oben nach unten! Wir fordern die Vergesellschaftung der Schlüsselindustrien, wie z. B. den Energiesektor, der Banken und Versicherungen gemäß dem  Grundgesetz und der Landesverfassung! Nein zur Privatisierung öffentlichen Eigentums und öffentlicher Auf¬gaben!

•    Die Aufhebung der Diskriminierung von Frauen darf nicht nur verbal gefordert werden, sie muss endlich Realität werden. Zu dieser notwendigen Realität gehört die Gleichstel-lung der Frauen in der Arbeitswelt und in der gesamten Gesellschaft. So muss die Forde-rung „Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“ Wirklichkeit werden.

•    Wir fordern eine Jugendpolitik, die Lösungen für die Gegenwart anbietet, wie die gesetzli-che Ausbildungsverpflichtung von Unternehmen und die Förderung benachteilig¬ter Jugendlicher in allen gesellschaftlichen Lern- und Arbeitsprozessen. Wer nicht ausbil¬det muss zahlen! Wir fordern die Einrichtung von 1000 überbetrieblichen Ausbildungsplät¬zen in den saarländischen Berufschulzentren!
•    Wir fordern Initiativen für die sofortige Beendigung des Krieges in Afghanistan und die Entmilitarisierung des Saarlandes. Die Saarlandbrigade, diese kriegführende Truppe, brau¬chen wir nicht!
•    Wir fordern ein Aktionsprogramm gegen alte und neue Nazis, das Verbot jeglicher neona-zistischer Propaganda und das Verbot der NPD! Der entschlossene Kampf gegen Neonazismus und Rassismus muss zur gesellschaftlichen und staatlichen Aufgabe ge-macht werden.

Die DKP will ihr Profil als aktionsorientierte Kraft stärken. Als eine Kraft, die Tagesforderungen mit Alternativen und der Perspektive einer notwendigen sozialistischen Gesellschaft verbindet. Wir Kommunistinnen und Kommunisten wollen  überzeugende Anregungen in die Diskussion bringen und so neues Interesse  für die DKP und die UZ entwickeln.

Angesichts der kapitalistischen Krise mit ihren tiefgreifenden Folgen für die arbeitende Bevölkerung ist es notwendig, dass die DKP ihre Politik, wie sie im Parteiprogramm und in Detailprogrammen formuliert ist, bekannter zu machen.

Die DKP startet am 10. September mit einem bundesweiten Aktionstag in diesen Herbst.

Wir rufen alle Genossinnen und Genossen der DKP im Saarland auf:

•    Lasst uns jetzt verstärkt in die Öffentlichkeit gehen!

•    Beteiligt euch an den Info-Ständen!

•    Lasst uns mit einer großen Kraftanstrengung das vom Parteivorstand herausgegebene UZ-Extra in großer Auflage vor großen Betrieben und in Wohngebieten verteilen!

•    Beteiligt euch an den gewerkschaftlichen Aktionen und den Aktionen für die Beendigung des Krieges in Afghanistan, gegen die Vorbereitung weiterer Kriege,  für den Ausstieg aus der Atomindustrie.

•    Sammeln wir Unterschriften unter den Appell der Friedensbewegung „Den Krieg in Afghanistan beenden – zivil helfen!“
•    Nehmt teil an der Aktion „Cattenom – non merci!“ am 18.09.2010 in Schengen, zu der die DKP zu den Aufrufern gehört!

•    Nehmt teil an den gewerkschaftlichen Aktionen in Brüssel am 29. September und unterstützt die Aktionswochen der IG-Metall und von Verdi!

Nach wie vor gilt: Wer sich nicht wehrt – lebt verkehrt!

[lokaler Link] ( Seitenanfang )

Raus aus Afghanistan - sofort!  Wir zahlen nicht für diesen Krieg!  Bundeswehr raus aus Schulen und Hochschulen!



Die DKP Saarland unterstreicht erneut ihre Unterstützung für die Forderung der Friedensbewegung nach einem sofortigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Immer mehr Menschen teilen diesen Wunsch. Die Bezirksorganisation unterstützt die Unterschriftensammlung der Friedensbewegung „Den Krieg in Afghanistan beenden – zivil helfen“ und setzt sich das Ziel, bis zum Ostermarsch 2011 als eigenständigen Beitrag mind. 500 Unterschriften zu sammeln.

Wir wenden uns im Einklang mit anderen fortschrittlichen Organisationen wie dem FriedensNetz Saar und der GEW gegen die fortschreitende Militarisierung von Politik und Gesellschaft. Der Kooperationsvertrag zwischen Bildungsministerium (unter der damaligen Führung der CDU) und der Bundeswehr stellt - wie in anderen Bundesländern auch - einen neuen Höhepunkt militaristischer Einflussnahme auf Jugendliche dar. Jetzt sollen Jugendoffiziere als Ersatzlehrer in den normalen politischen Unterricht und in die Lehrerausbildung integriert werden.

Wir fordern Bildungsminister Kessler auf, diesen Kooperationsvertrag zu kündigen. Stattdessen fordern wir die Öffnung der Schulen für demokratische Kräfte wie Gewerkschaften, die Friedens- und antifaschistische Kräfte. Dies gilt ebenso für die Hochschulen. Die Zusammenarbeit der Universität des Saarlandes mit der Bundeswehr z.B. im Fach Interkulturelle Kommunikation muss beendet werden. Wir fordern alle Jugendlichen auf, sich gegen diese Veranstaltungen zu wehren und sie zu boykottieren, Lehrer/innen und Eltern sollten sie dabei unterstützen.

Gleichzeitig werden öffentliche Rekrutengelöbnisse und Ordensverleihungen zur bundesdeutschen Normalität - auch im Saarland. Wir begrüßen die Initiativen gegen dieses zur Schau stellen von Militär in der Öffentlichkeit und fordern die saarländischen Kommunen auf, keine Gelöbnisse in ihren Städten zuzulassen.

Wir fordern ein Programm zur Entmilitarisierung des Saarlandes und erneuern unsere Forderung nach einer militärfreien Zone Saar-Lor-Lux als Vorstufe zu einer europaweiten Abrüstung.

Die DKP Saarland fordert in diesem Zusammenhang:
•    die Auflösung sämtlicher Militärstandorte und Lager in unserer Region,
•    die Einstellung sämtlicher militärischer Übungsflüge, Transporte und Manöver,
•    ein Überflugverbot für militärische oder geheimdienstliche Zwecke,
•    das Verbot von Rüstungsproduktion jeder Art (z.B. beim Diehl-Konzern, Streubombenproduzent) und gesetzlicher Zwang zur Konversion in zivile Produktion, finanziert durch erzielte Maximalprofite der Rüstungskonzerne,
•    die Einstellung jeder Propaganda für militärische Organisationen z.B. durch Bundeswehroffiziere an Schulen und Arbeitsagenturen oder Beteiligungen an Messen und Ausstellungen,
•    keinen Zwangsmaßnahmen gegen ALG II-Empfänger, die sich nicht auf Stellen beim Militär bewerben,
•    das Rekrutierungsbüro am Hauptbahnhof Saarbrücken ist zu schließen,
•    die Rücknahme der Gemeinnützigkeit von Traditions- oder Reservistenvereinen,
•    die Entmilitarisierung der Gesellschaft – ob bei der Namensgebung von Gebäuden und Straßen oder bei öffentlichen Auftritten wie Empfängen,
•    die öffentliche Aufarbeitung der Rolle und Funktion saarländischer Industrieunternehmer als Kriegsgewinnler bzw. Kriegsverbrecher im NS-Krieg wie Hermann Röchling, Franz von Papen, Otto Wolff von Amerongen u. a..

Die DKP Saarland regt eine internationale Konferenz kommunistischer Parteien zur Friedenspolitik in Saar-Lor-Be-Lux an.

[lokaler Link] ( Seitenanfang )

Bildung ist ein Menschenrecht!  Eine Schule für alle!  Stoppt soziale Selektion und Privatisierung!


Seit Jahrzehnten zeichnet sich das saarländische Bildungssystem gegenüber anderen Bundesländern durch besonders unsoziale Auslesemechanismen aus. Fast nirgendwo sonst ist der Bildungsweg von Kindern und Jugendlichen so stark vom Geldbeutel der Eltern abhängig. Die neue Landesregierung will an diesem Prinzip nicht rütteln sondern setzt – abgesehen vom Wegfall der Gebühren für das Erststudium – allenfalls auf kleine Anpassungen. Höchste Priorität für CDU und FDP hat die Bestandsgarantie für das Gymnasium und damit das gegliederte Schulsystem.

Unsere Schulen machen Angst und krank, weil sie Menschen in immer stärkerem Maße nach ihrer Verwertbarkeit für das kapitalistische Wirtschaftssystem einteilen soll. Einem wachsenden Teil von Kindern und Jugendlichen, insbesondere von MigrantInnen, wird bereits früh vermittelt, dass sie nicht gebraucht werden. Ständig wachsender Druck, den vermeintlich gefragten Anforderungen der Wirtschaft zu entsprechen, lassen auch dem anderen Teil immer weniger Spielraum für die Persönlichkeitsentwicklung. Anpassen, Durchhalten und Durchmogeln sind die Kernkompetenzen in einem solchen System - notfalls mithilfe von Papas Geldbeutel oder von Drogen und Pillen.

Eine Gemeinschaftsschule neben dem Gymnasium und das fünfte Grundschuljahr ändern am Grundprinzip nichts. Die soziale Auslese wird nur um ein Jahr verschoben. Leider hat sich auch die SPD-Saar auf das zweigliedrige Schulsystem festgelegt und schwächt damit die Opposition gegen die soziale Selektion und den Elternwillen, langes  gemeinsames Lernen zu ermöglichen.
Anstatt  am dringend notwendigen Ausbau echter Ganztagsschulen zu arbeiten, wird der Etikettenschwindel  der CDU-Alleinregierung fortgesetzt, indem Halbtagsschulen lediglich um ein nachmittägliches Betreuungsangebot für einige Kinder ergänzt werden. Während an den allgemeinbildenden Schulen sinkende Schülerzahlen teilweise für Entlastung sorgen, ist die Situation an den berufsbildenden Schulen weiterhin katastrophal. Unterrichtsausfälle und ein viel zu geringer Anteil junger Lehrer/innen gefährden mehr und mehr die Qualität der Berufsausbildung.

Hochschulen gehören in staatliche Verantwortung. Die kapitaldominierten Hochschulräte und die 'Diktatur der Drittmittel' sind zu überwinden zugunsten ausreichender Finanzierung durch den Staat sowie einer demokratischen Organisation der akademischen Gremien, in denen die Hochschulmitglieder die akademischen Belange selbst regeln – unter gleichberechtigter Mitbestimmung der  Studierenden und der nicht-professoralen Gruppen in allen Gremien,.
Wissenschaft muss der Persönlichkeitsentwicklung und der Qualifikation dienen. Die universitäre Forschung muss einen Beitrag zur Lösung der Menschheitsprobleme leisten, anstatt sie durch Forschung nach Vorgabe der Konzerne weiter zu verschärfen. Dazu ist interdisziplinäre und internationale Kooperation erforderlich – nicht ruinöser Wettbewerb um Patente und Erstveröffentlichungen.

Das Bachelor/Master-System – insbesondere der Schmalspur-Bachelor nach einem sechssemestrigen komplett verschulten und überreglementierten Studium – wurde auch im Saarland als Chance gesehen Geld zu sparen und dabei mehr Studierende in kürzerer Zeit durch die Hochschulen zu schleusen.
Wir fordern ein einheitliches integriertes System für lebenslanges Lernen der Bürgerinnen und Bürger, das dem lebenslangen Lernprozess des Menschen gerecht wird. Es muss Jedem ermöglichen, seine Fähigkeiten in alle Richtungen zu entwickeln. Der Anspruch auf kostenlose Weiterbildung und Umschulung gehört zum Recht auf Bildung.

Die DKP Saarland fordert:

1.    an den Kitas und Schulen:
  • Für alle Kinder (auch unter 3 Jahren) einen Rechtsanspruch auf und einen Platz in einer Kindertageseinrichtung - unabhängig von der Erwerbstätigkeit der Eltern, gebührenfrei, ganztägig und mit kostenlosem Mittagessen.
  • Eine sofortige Offensive zur Ausbildung und Einstellung von mindestens 1500 neuen ErzieherInnen. Deutliche Lohnerhöhungen zu Aufwertung dieses Berufes.
  • Kleinere Gruppen und verbesserte Rahmenbedingungen in den Kitas, damit eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung verwirklicht werden kann.
  • Kostenlose Teilhabe an allen zusätzlichen Bildungsangeboten wie an musikalischer Früherziehung Kitas in öffentlicher, nicht in privater oder konfessioneller Trägerschaft
  • Eine Schule für alle in Ganztagsform bis zum 10. Schuljahr – keine Mogelpackungen wie die freiwillige Ganztagsschule oder die jetzt diskutierte Gemeinschaftsschule.
  • Keine Ausweitung prekärer Arbeitsverhältnisse an den sog. Freiwilligen Ganztagsschulen.
  • Rücknahme von G8 und eine Überarbeitung der Lehrpläne, die weniger auf die Vermittlung von Faktenwissen sondern auf die Förderung von Lern- und Lebenskompetenz ausgerichtet ist
  • Zum Konzept der einen Schule für alle gehört auch die Reform der Unterrichtsinhalte sowie pädagogische, didaktische, methodische Reformen, die der Philosophie folgen: „die Schule muss mit dem Kind klarkommen, nicht das Kind mit der Schule“. Dazu gehören:
  • eine Förder- und Forderpraxis, die das Noten- und Punktesystem durch eine beratende Erläuterung der Stärken und Schwächen der SchülerInnen ersetzt, das Sitzenbleiben überflüssig macht, die Schülerinnen zu einer starken Identifikation mit der Schule, einer hohen Motivation zum Lernen und zur Achtung vor den Lehrern führt;
  • ein Umfeld, das geprägt ist von schönen Gebäuden, Mußestunden, guten Büchern. Die Kinder und Jugendlichen erleben, dass sie der Gesellschaft etwas wert sind, dass die Schule gut für sie sorgt.
  • Reform der Schulstruktur und „Innere Schulreform“ gehören zusammen. Die Reform der Schulstruktur ALLEIN führt zum Scheitern.
  • Kleine Klassen bis maximal 20 SchülerInnen
  • Demokratisierung der Schulen durch Ausbau der Rechte der Schüler- und Elternvertretungen (Drittelparität ), der Personalvertretungsrechte des pädagogischen Personals sowie durch Abschaffung der 'Kopfnoten'
  • Kostenloses gesundes Mittagessen für alle SchülerInnen
  • Volle Lehrmittelfreiheit sowie Einschulungsbeihilfen für Kinder aus Familien mit geringem Einkommen
  • Einrichtung von Schulsozialarbeit an allen Schulen.
  • Der Einfluss von privaten Stiftungen wie Bertelsmann auf das Schulwesen muss zurückgedrängt und vollständig überwunden werden.
  • Bundeswehr – raus aus der Schule! Keine politische Bildung und Lehrerfortbildung in Verantwortung von Jugendoffizieren. Kündigung des Kooperationsvertrags zwischen Bildungsministerium und Bundeswehr.

2.   in der Ausbildung

  • Sofortforderung: Lehrstellengesetz und Umlagefinanzierung; Wer nicht ausbildet muss zahlen.
  • Anhebung der Ausbildungsvergütung in allen Ausbildungsberufen auf das Niveau eines gesetzlichen Mindestlohnes
  • Stärkung der Rechte der Jugend- und Auszubildendenvertretungen in Betrieben und Verwaltungen
  • Unbefristete Übernahme im erlernten Beruf nach der Ausbildung
  • Einrichtung von durch die Auszubildenden und deren Gewerkschaften getragenen Kontrollstellen, um die Qualität der Ausbildung zu gewährleisten
  • Rückführung der „Warteschleifen“-Maßnahmen wie BGJ etc. Allen Jugendlichen muss nach Verlassen der Schule eine Ausbildung in einem anerkannten Beruf angeboten werden.
  • Sofortprogramm zur besseren personellen Ausstattung der Berufsschulen
  • Hochschulzugangsberechtigung mit dem Abschluss der Ausbildung

3.    an den Hochschulen

  • Wegfall des Numerus Clausus;
  • Auch das Master-Studium muss generell gebührenfrei sein. Sofortige Rückzahlung der Studiengebühren
  • Zugangsbeschränkungen beim Übergang vom Bachelor zum Master sind auszuschließen.
  • Ausreichende Bildungsfinanzierung für Jede und Jeden – das BAföG ausbauen: bedarfsdeckend, repressionsfrei und elternunabhängig; die Höchstdauer der Zahlung hat sich an der durchschnittlichen Studienzeit anstatt an der willkürlich festgesetzten 'Regelstudienzeit' zu orientieren.
  • Besondere Förderung von Wissenschaftlerinnen und Studentinnen vor allem in den Fachgebieten mit geringem Frauenanteil. Förderung von Studierenden mit Kindern.
  • Stärkung der studentischen Selbstverwaltung; gesetzliche Verankerung des allgemeinpolitischen Mandats für die Studierendenvertretungen

4.    zur wirklichen Integration:

Nach der UN-Behindertenrechtskonvention  haben behinderte Kinder ab sofort das Recht, gemeinsam mit nicht behinderten Kindern eine allgemeine Schule zu besuchen. Dieser Anspruch gilt für das einzelne Kind unabhängig von anders lautenden Schulgesetzen. Bund und Länder müssen zügig inklusive Bildung verwirklichen und dafür auch Qualitätsmaßstäbe festlegen.

Vor diesem Hintergrund fordern wir, dass im Saarland unverzüglich die nötigen Maßnahmen ergriffen werden, damit das Schulwesen so ausgestattet und organisiert wird, dass SchülerInnen mit und ohne Behinderung miteinander und voneinander lernen können, dass anstelle der Aussonderung in Förderschulen die sonderpädagogische Förderung in Regelschulen stattfinden kann.

5.    in der Weiterbildung

  • Recht auf Weiterbildung, auf rechtlich garantierte Lernzeiten – einschließlich des Bildungsurlaubs, auf unterstützende Finanzierung; bessere Qualitätssicherung und Zertifizierung; Erwachsenen-BAföG
  • Bildungsurlaubtage dürfen nicht vom Urlaub abgezogen werden
  • Auch Berufstätige und alte Menschen müssen das Recht haben, höhere Bildungsanstalten zu besuchen, unabhängig von ihrem Schulabschluss.
  • Weiterbildung darf weder ausschließlich dazu dienen, staatlicherseits bei den Versäumnissen beruflicher Qualifizierung einzuspringen im Sinne von Aufstiegs-, Umstiegs- und Nachqualifikation, noch darf sie vordringlich als Einnahmequelle für private Weiterbildungsinstitute oder staatliche Hochschulen gesehen werden. Vielmehr muss sie auf die Förderung einer demokratischen Kultur und Beteiligung der Bürger am Gemeinwesen zielen. Politische Weiterbildung darf nicht noch weiter abgehängt werden.
  • Ausbau des flächendeckenden Angebots der Volkshochschulen und von Weiterbildungsberatung - langfristige Absicherung der Bildungsangebote der Arbeitskammer des Saarlandes und des Landesjugendrings
  • Ausbau der kulturellen, musischen, staatsbürgerlichen, künstlerischen und anderen Bildungsangebote.
  • Deregulierung, Intransparenz, unzureichende Professionalisierung und prekäre Beschäftigungsverhältnisse prägen vielfach die Arbeitsbedingungen von DozentInnen in der Weiterbildung. Herzustellen ist die Orientierung an den geltenden Standards und Besoldungsgruppen, sind tariflich gesicherte Arbeitsbedingungen und die Überführung von Honorarverträgen in reguläre Arbeitsverhältnisse. Die Quote von Festangestellten muss deutlich erhöht werden.

6.    in der Lehrerausbildung:

Zur Verbesserung von Lehrerausbildung und Lehrerfortbildung gehört insbesondere die Weiterentwicklung der pädagogischen, diagnostischen und methodischen Kompetenz von Lehrerinnen und Lehrern, die Fähigkeit, mit heterogenen Lerngruppen zu arbeiten, alle Schülerinnen und Schüler individuell zu akzeptieren, zu fördern und zu fordern.

[lokaler Link] ( Seitenanfang )

Solidarität im Kampf der Arbeiterklasse in der EU gegen die kapitalistische Krise!

Nach wie vor befindet sich der Kapitalismus in seiner tiefsten Finanz- und Wirtschaftskrise seit dem 2. Weltkrieg. Verbunden ist diese mit den weiterbestehenden Krisenprozessen, der Energie-, Klima-, Ernährungs- und anderen Krisen.  Die Auswirkungen zeigen sich in unterschiedlicher Tiefe in allen Ländern – trotz weltweiter Konjunkturprogramme und international abgestimmtem wie nationalstaatlichem Krisenmanagement. In den vergangenen beiden Jahren gerieten ganze Volkswirtschaften in den Krisenstrudel. Auch in der Euro-Zone standen und stehen Staaten vor dem Staatsbankrott.

Mit Unterstützung durch den IWF betreiben das Finanzkapital und die politischen Kräfte, von den konservativen bis zu den im Neoliberalismus verharrenden sozialdemokratischen, mit neuen ökonomischen, sozialen und politischen Regulierungsmechanismen reaktionäre Auswege aus diesen Krisenprozessen. Die EU-Instanzen vereinbaren gemeinsame Maßnahmen des Sozialabbaus für ihre Länder und degradieren die Regierungen einzelner Länder, wie zum Beispiel Griechenland zu Ausführungsorganen ohne eigene Entscheidungsmöglichkeiten. Für die Völker führt dies zu einer weiteren Verschlechterung ihrer Lebensbedingungen und Einschränkungen von politischen und sozialen Rechten.

In vielen Ländern Europas wehrt sich die Arbeiterklasse in vielfältigen Aktionsformen und mit unterschiedlicher Kampfkraft gegen die Abwälzungen der Krisenlasten durch die nationalen  Regierungen, die Körperschaften der EU und das internationale und nationale Kapital. An diesen Kämpfen sind jedoch nur Teile der Arbeiterklasse und anderer sozialer Schichten beteiligt. Die Arbeiterbewegung zeigt sich bisher zu schwach, um wirkungsvollen Widerstand zu entwickeln.

Vor allem die Kommunistische Partei in Griechenland (KKE), die Kommunistischen Parteien in Spanien und Portugal haben großen Anteil an den bisherigen Widerstandsaktionen der Arbeiterklasse in diesen Ländern. Sie kämpfen weiterhin darum, die Arbeiterbewegung in ihren Ländern zu befähigen größere Teile der Arbeiterklasse zum Widerstand zu bewegen.

Wir erklären unsere Solidarität mit unseren Bruder- und Schwesterparteien und den weiteren kämpfenden Kräften. Insbesondere sind wir solidarisch mit den kämpfenden Kräften des griechischen Volkes und ihrer Kommunistischen Partei , der KKE! Wir verurteilen die nationalistischen Kampagnen gegen „die Griechen“, die nichts anderes als Ablenkungsmanöver sind, und die eigene Arbeiterbewegung schwächen sollen.

Die Auseinandersetzung mit dem Imperialismus und Neoliberalismus auf der internationalen Ebene verlangt von den Kommunistinnen und Kommunisten mehr Anstrengungen für die Verstärkung der Zusammenarbeit  untereinander und mit anderen linken und progressiven Kräften. Wir gehen aus von der Erkenntnis, dass der Kampf um gesellschaftliche Alternativen, dass politische Veränderungen kaum in einem einzelnen Land durchgesetzt werden können. Wir unterstützen auch in diesem Zusammenhang die Mitarbeit der DKP in der „Europäischen Linkspartei“ mit Beobachterstatus.

[lokaler Link] ( Seitenanfang )

Gegen Rechtsentwicklung und Neofaschismus!

nonpdAuf vielfältige Art und Weise haben Menschen unterschiedlicher politischer Anschauungen und Glaubensbekenntnisse in unserem Land und in aller Welt der Ereignisse vor 65 Jahren gedacht. Die am 8./9. Mai 1945 von den Armeen der Anti-Hitler-Koalition unter maßgeblicher Beteiligung der Roten Armee erkämpfte bedingungslose Kapitulation des Deutschen Faschismus markierte das Ende eines Krieges der unendliches Leid über die Völker gebracht hatte. Durch die vorangegangene Befreiung der Konzentrationslager war für die Welt die ganze Barbarei des Naziregimes auf grausame Art sichtbar geworden.

In zahlreichen Ländern der Welt, auch in der DDR, galt seither der 8. bzw. 9. Mai als Feiertag. Neben dem Gedenken an die Toten wurde die Befreiung von einem unmenschlichen Regime gefeiert, das im Bestreben die faschistische Vorherrschaft in Europa und weiten Teilen der Welt herzustellen, einen imperialistischen Krieg entfesselt hatte.

In der damaligen Bundesrepublik Deutschland dauerte es 40 Jahre bis der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker im Deutschen Bundestag in einer Gedenkstunde zum 40sten Jahrestag des 8. Mai 1945 die Feststellung traf: "Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft." Diese Annäherung an die weltweit geltende Würdigung dieser Tage stand im krassen Gegensatz zu den bis dahin geltenden Begriffen wie Kriegsende, Kapitulation oder Katastrophe. Die damalige Feststellung rief sowohl Zustimmung aber auch viel Widerspruch und Aufsehen hervor. Zum ersten Mal wurde von offizieller Seite in dieser Rede auch "... das Andenken der Deutschen Opfer des Widerstandes ..... des Widerstandes der Kommunisten" geehrt.

Im krassen Widerspruch hierzu stand und steht jedoch die Nachkriegsentwicklung im Westen Deutschlands. Hier wurden die Nazi- und Kriegsverbrecher rehabilitiert und die Kommunisten verfolgt. Es wurden die alten Macht- und Eigentumsverhältnisse wieder hergestellt. Der Antikommunismus blieb weiterhin die Staatsdoktrin. Und das blieb auch nach 1990 so. Das äußert sich im heutigen Sprachgebrauch in der Abqualifizierung der DDR als der "zweiten Diktatur auf deutschem Boden nach 1933", als einem "Unrechtsstaat", der noch schlimmer war als das Nazireich. Genau dieser Antikommunismus diktierte in jüngster Zeit wieder einmal die Vorgehensweise der SPD und Grünen bei der Ernennung Gaucks zu ihrem Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten, einem Mann der in der Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze eine „ Zementierung des Kommunismus“ sieht, in seiner Biografie die  Nazidiktatur verharmlost , indem er sie dem realen Sozialismus als „totalitärem System“ gleichstellt. Angesichts dieser Entwicklung in der europäischen Führungsmacht Deutschland ist es nicht verwunderlich, dass auch in zahlreichen Ländern Europas rechtsextreme bis neofaschistische Kräfte auf dem Vormarsch sind.

Viele kommunistische WiderstandskämpferInnen gehörten zu den Gründungsmitgliedern unserer Partei. Wir sind stolz auf diese Tradition. Sie gehörten zu den Ersten, die nach dem Krieg die Karre aus dem Dreck gezogen haben. Ihre Erfahrungen aus der Zeit der Verfolgung haben ihren Niederschlag in zahlreichen Bestimmungen der Landesverfassung gefunden, an deren Erarbeitung Kommunisten der KP-Saar mitgewirkt haben.  Wir fühlen uns dem Schwur der      Überlebenden von Buchenwald verpflichtet. Nach ihrer Selbstbefreiung schworen sie: "Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel...." Dazu wollen auch wir unseren Beitrag leisten.
  • Wir Kommunistinnen und Kommunisten wehren uns gegen das Vergessen und Verdrängen der NS-Vergangenheit. Sollen junge Menschen auch in Zukunft aktiv gegen Neonazismus tätig werden, müssen sie umfassend über die Ursachen die zum Faschismus geführt haben und über dessen Verbrechen informiert werden. Wir fordern deshalb, dass .das Fach Geschichte in der gymnasialen Oberstufe auch im zehnten Schuljahr und danach Pflichtfach bleibt.
  • Wir fordern ein antifaschistisches  Aktionsprogramm im Saarland gegen alte und neue Nazis, das Verbot jeglicher neonazistischer Propaganda und das Verbot der NPD! Der entschlossene Kampf gegen Neonazismus und Rassismus muss zur gesellschaftlichen und staatlichen Aufgabe gemacht werden!
  • Wir fordern eine konsequente Abkehr vom Antikommunismus als Staatsdoktrin. Er fördert Intoleranz, Hass und Gewalt. Er dient der Geschichtsfälschung und dazu jede Alternative, wie  den Sozialismus, zu diskreditieren und zu kriminalisieren.
Ebenso fordern wir im Einklang mit Art. 7, Abs. 2 und Art. 8 der Verfassung des Saarlandes und Art. 139 GG von der Landesregierung die Unterstützung anderer Landesregierungen, die ein erneutes Verbotsverfahren gegen die NPD anstreben. Wir fordern das Verbot und die Auflösung aller neofaschistischen Organisationen und das Verbot jeglicher rassistischer, faschistischer, ausländerfeindlicher Aktivitäten und Propaganda. Alle saarländischen Parlamentarier werden aufgefordert, entschieden gegen Tendenzen aufzutreten, die auf ein Reinwaschen des Faschismus hinauslaufen.

Wir werden, wenn es gilt, aktiv gemeinsam mit anderen antifaschistischen, demokratischen und linken Kräften in unserem Land Aufmärsche der Neofaschisten stoppen.

Als konkreten Beitrag gegen das Auftreten neonazistischer Kräfte im Saarland fordern wir die Öffentlichkeit in unserem Land auf, an das Wirken antifaschistischer Widerstandskämpfer zu erinnern und die Opfer des Faschismus zu ehren.

[lokaler Link] ( Seitenanfang )
 
Im Sinne des Parteiprogramms:
Politikfähigkeit der DKP weiterentwickeln! Solidarisch in Aktion handeln!
DKP
Die Bezirksdelegiertenkonferenz der DKP Saarland fordert den 19. Parteitag auf, die Anträge des Parteivorstandes „Politische Resolution des 19. Parteitages“ und „Politikwechsel erkämpfen –ein forderungsorientiertes Aktionsprogramm“ zu beraten und zu beschließen. Entsprechend sind das „Krisenaktionsprogramm“ und die „Überlegungen zu einer Handlungsorientierung“, erarbeitet von einer Autorengruppe Michi Götze u.a. und veröffentlicht von der DKP Landesorganisation Berlin, als Beratungsgegenstand des Parteitages abzulehnen.

Begründung:
Mit der „Politischen Resolution“ und dem „aktionsorientierten Forderungsprogramm“ zum Eingreifen unserer Partei in die aktuellen Auseinandersetzungen hat der Parteivorstand der DKP zwei Hauptanträge an den 19. Parteitag vorgelegt. Die „Thesen des Sekretariats“ sollen nach dem Parteitag diskutiert werden und werden zum Gegenstand einer theoretischen Konferenz Anfang 2011.

Linkssektiererische Orientierungen wurden bereits von mehreren Parteitagen abgelehnt. Dennoch werden diese parallel zu den bestehenden Parteistrukturen weiter vorangetrieben und in politische Praxis umgesetzt. Hierdurch wird die Spaltung der Partei weiter befördert. Wir appellieren daher an die Anhänger/innen dieser politischen Linie, in Zukunft auf jegliche Fraktionstätigkeit zu verzichten und auf Grundlage des Parteiprogramms zu agieren.

Die gegenwärtige gesellschaftspolitische Entwicklung ist von vielseitigen Widersprüchen geprägt:
  • Die erhöhte Aktionstätigkeit des vergangenen Jahres und die Bildung breiter Bündnisse hat sich in diesem Jahr fortgesetzt. Wir müssen aber auch feststellen, dass die Mobilisierungsfähigkeit sehr widersprüchlich ist.
  • Die herrschende neoliberale Politik ist unfähig ein durchgängiges Konzept zu erarbeiten zur Beherrschung der Krise und für die Zeit danach. Die offensichtlichen Differenzen innerhalb des Regierungslagers gehen tiefer als öffentlich dargestellt – Ideologie und Politik des Neoliberalismus zeigen krisenhafte Erscheinungen, die neoliberalen Kräfte differenzieren sich.
In dieser Situation, geht es darum, Einsichten darüber zu entwickeln, was da gegenwärtig passiert. Herauszuarbeiten, dass es einen Zusammenhang dieser Krise mit der bisherigen Art und Weise des Wirtschaftens und Arbeitens gibt. Deutlich zu machen, dass ein einfaches „weiter so“ die Lage weiter verschlechtern wird. Und -, dass es Alternativen gibt, die aber durch das eigene Handeln erkämpft werden müssen.

Damit Proteste nicht in Verzweiflungsaktionen versanden oder nach rechts gewendet werden können, müssen wir dafür wirken, dass vor allem auch die Gewerkschaften die Auseinandersetzungen politisieren und den Protest organisieren.

Wir sind gefordert, realistisch erscheinende Alternativen zu entwickeln. Diesem Zweck dienen sowohl die „Politische Resolution“ wie auch das „aktionsorientierte Forderungsprogramm“.

Zu einer realistisch erscheinenden Alternative gehört auch eine politische Kraft, der zugetraut wird, gemeinsam mit ihr die Verhältnisse verändern zu können. Die Entwicklung der DKP als autonome marxistische Partei und die Zusammenarbeit mit andern linken Kräften und Bewegungen -, daran führt kein Weg vorbei, wenn wir auch in Deutschland eine linke Kraft entwickeln wollen, die in der Lage ist gesellschaftlich führend zu werden.

[lokaler Link] ( Seitenanfang )
Solidarität mit der israelischen Friedensbewegung – Solidarität mit den Palästinensern – die Gaza-Blockade beenden!

Die Mitglieder der DKP sind solidarisch mit der israelischen Friedensbewegung. Mehr als 10.000 Menschen demonstrierten Anfang Juni allein in Tel-Aviv gegen den völkerrechtswidrigen Piratenakt des israelischen Militärs gegen die Gaza-Solidaritäts-Flotte. Auch in unserem Land fanden viele Protestaktionen und Demonstrationen gegen den unerklärten Krieg in Gaza statt, so auch in Saarbrücken. In Israel riefen zum ersten Mal alle verschiedenen Strömungen der israelischen Friedensbewegung zu gemeinsamen Aktivitäten auf. Sie demonstrierten zugleich für eine andere Politik ihres Landes und der Regierungen, für „Kurs auf Frieden“ und in dem Bekenntnis „Juden und Araber weigern sich, Feinde zu sein“. Dies ist Anlass für die intensiven Versuche, Friedensbemühungen von Teilen des israelischen Volkes im Keim zu ersticken.
 
Die israelische Friedensbewegung ist deshalb beständigen Diffamierungen und Bedrohungen durch die eigene Regierung, die herrschenden Massenmedien und gesellschaftlichen Organisationen im Land ausgesetzt. Auch international gibt es Angriffe auf die israelische Friedensbewegung – auch in unserem Land.

In einem offenen Brief hatten im März d.J. mehr als 100 Aktivist/inn/en der Friedensbewegung, Universitätsprofessoren, Aktivistinnen der Frauenbewegung, Künstler, Kriegsdienstverweigerer u.a. sich an den Parteivorstand der Partei die Linke gewandt. So weisen sie entschieden Positionen der sog. Antideutschen zurück und kritisieren gleichzeitig die Beteiligung prominenter Mitglieder der PdL an solchen Aktionen. Kritisiert wurde insbesondere auch die Tätigkeit eines Bundesarbeitskreises der PdL-Jugendorganisation  zur Unterstützung der israelischen Aggressionspolitik.
 
Auch im Saarland hat sich seit mehreren Jahren eine Bewegung zur Unterstützung der israelischen Politik gegen die Palästinenser entwickelt. Ausgangspunkte ihrer Aktivitäten sind Raketenangriffe palästinensischer Gruppen, antiisraelische oder israelkritische Äußerungen islamischer Persönlichkeiten, palästinensische Widerstandsaktionen oder israelkritische Solidaritätsaktionen. Politische Personen und Organisationen, die mit der israelischen Friedensbewegung und den Palästinensern solidarisch sind, werden als Antisemiten und Feinde Israels diffamiert und mit dem Antisemitismus der Nazis auf eine Stufe gestellt. Das betrifft Menschen, die jeglichen Antisemitismus zurückweisen, Menschen, die in unserem Land Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und Faschismus z.T. schon seit vielen Jahrzehnten bekämpfen.
 
Getragen wird diese Bewegung im Saarland u.a. von der „Antifa Saar“. Diese Positionen finden sich auch in der „Aktion 3. Welt“ und in anderen Gruppen und Stiftungen. In Neunkirchen werden diese Positionen u.a. im „Forum für Freiheit, Demokratie und Antifaschismus, Neunkirchen“, ehemals „Bündnis gegen Rechts“ vertreten.

Wir halten diese Positionen für gefährlich, weil sie alle Kräfte diffamieren, die für eine friedliche Lösung in Palästina wirken und so die Kriegspolitik weiter zementieren und fundamentalistische Positionen bewusst fördern. Sie sollen die Friedensbewegung und Antifa-Bewegung in unserem eigenen Land spalten.

Gearbeitet wird mit Falschinformationen und Diffamierungen. Anonyme Mails verbreiten Pseudo-Informationen, um die Politik der israelischen Regierung zurechtfertigen. Wir haben den Eindruck, dass Bündnisse und Bewegungen von diesen Kräften dazu missbraucht werden, die Politik der israelischen Regierung vor Ort zu propagieren und als deren Statthalter zu fungieren.
  • Deshalb weisen wir diese Diffamierungen entschieden zurück und fordern dazu auf, endlich alle Aktivitäten einzustellen, die den Friedens- und Antifabewegungen in unserem Land schaden und diese spalten sollen.
  • Wir weisen die Diffamierung der israelischen Friedensbewegung und des legitimen palästinensischen Widerstandes zurück.
  • Wir sind solidarisch mit der israelischen Friedensbewegung und den palästinensischen Kräften, die für die Zwei-Staaten-Lösung entsprechend den Entschließungen der UNO eintreten. Der Frieden kann weder mit  palästinensischen Raketen noch mit israelischen Militär- und Kriegseinsätzen herbei geschossen werden.
  • Die DKP unterstützt in Gaza ein medizinisch-soziales Projekt in Zusammenarbeit mit der Demokratischen Volksbefreiungsfront Palästinas (DLFP). Wir rufen auf zu Spenden. Stichwort: Solidarität mit Palästina, Postbank Köln, BLZ: 370 100 50, Kontonummer: 253 525-502.
  • Freiheit für Gaza! – Die Blockade beenden!

[lokaler Link] ( Seitenanfang )

[lokaler Link] Zur Übersicht der Konferenz